Foto: Annie Stratt 

Weiterbildung Transgenerationale Traumatisierung

Wie wirken traumatisierende Ereignisse wie Flucht, Krieg und Vertreibung von einer Generation auf die nächste? Wie wird transgenerationale Traumatisierung erklärt? Was hilft und was hilft weniger? Vielleicht haben Sie sich das auch schonmal gefragt … Diese Fragen standen im Fokus einer zwei-tägigen Weiterbildung zu Transgenerationaler Traumatisierung, die ich Mitte Dezember in Linz/Österreich gegeben habe. Der Kurs ist Bestandteil einer 1-jährigen Weiterbildung zu dem Thema Trauma und wird organisiert vom bildungsfreiraum Linz in der Person von Eva Gütlinger. Teilnehmer*innen waren Psychotherapeut*innen, Körpertherapeut*innen, Lehrkräfte, Bildungsfachleute und Sozialarbeiter*innen aus verschiedenen Regionen Österreichs.

Vergangen 

 

Der methodische Zugang zum Thema war die eigene Biographie und Familiengeschichte. Schnell wurde klar, wieweit Lebensereignisse und die damit verbundenen Erfahrungen und Emotionen der Eltern und Grosseltern für die Kindern und Elternkinder bis heute nachwirken können. Gleichzeitig wurde auch deutlich, wie sich viele Lebensentwürfe ähneln. Sie spiegeln sich oft in Glaubenssätzen, angelerntem Verhalten und dem Umgang mit Emotionen wider. 

Vergessen?

Der Zweite Weltkrieg ist lange vorbei. Nur weil Ereignisse wie Kriege in Westeuropa vergangen sind, sind sie deswegen noch lange nicht vergessen – sie «arbeiten» oft weiter in den nächsten Generationen. Traumatisierende Erlebnisse und Ereignisse wirken weiter: Sie zeigen sich in verinnerlichten und nicht hinterfragten Glaubenssätzen, dem konkreten eigenen Alltagsverhalten und geladenen und oft stark belastenden Emotionen wie Schuld, Scham und Wut. 

Glaubenssätze aus einer anderen Zeit?

Glaubenssätze wie diese «Ohne Fleiss, kein Preis», «Im Leben wird einem nichts geschenkt», «Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser», «Zeig was du kannst, aber sei unscheinbar» haben sich in Verhaltensmustern von vielen Betroffenen niedergeschlagen und prägen Alltags- und Lebenserfahrungen.

Alltagsverhalten und belastende Emotionen

Viele der von transgenerationalen Traumatisierung Betroffenen leiden unter Orientierungslosigkeit/Desorientierung, Beziehungsproblemen, komplexen emotionalen Abhängigkeitsverhältnissen, »Nicht im eigenen Leben angekommen zu sein», aber auch unter unterdrückter Wut und Einsamkeit. 

Anerkennen was ist – und was nicht.

Die eigene Familiengeschichte mit ihrer jeweiligen potentiellen traumatisierenden Anteilen anzuerkennen und zu akzeptieren kann für viele Betroffene ein erster Schritt sei, sich der eigenen Traumatisierung zu öffnen und konstruktive Bearbeitungsmöglichkeiten zu finden. Für einige ist es möglich, die eigene Familiengeschichte und den eigenen Umgang mit der eigenen Traumatisierung als Ressource und Kraftquelle zu sehen und zu erleben. Anderen hilft es vor allem, in den regelmässigen Austausch mit anderen zu gehen und in einem sicheren Raum die eigene Familiengeschichte zu erzählen. 

 

Foto: Laura Fuhrmann

Vergangen, aber nicht vergessen.

 

Die Weiterbildung zeigte auch, dass das Ignorieren oder Verdrängen von traumatisch erlebten Beziehungen und  Ereignissen für die Nachfolgegenerationen selten als konstruktiv und lebensbejahend erlebt werden. Es aber auch nie zu spät ist, sich seiner eigenen Familiengeschichte zu stellen und anzuerkennen was war – und nie anders sein wird. Und schon diese Akzeptanz kann einen Perspektivwechsel ermöglichen. 

Interessiert?

Wie eine Teilnehmerin so treffend sagte: „Ich hätte nie gedacht, dass ich in so kurzer Zeit eine ganz andere Perspektive auf mein Leben entwickeln kann“.  Vielleicht ergeht es Ihnen ja ähnlich … Interessiert? Dann nicht vergessen sich rechtzeitig zum nächsten Seminar in 2020 anzumelden – am besten noch heute. 

Datum & Uhrzeit

27. und 28. November 2020

(Freitag 14 – 20 Uhr, Samstag 9 – 16 Uhr)

Kosten

250, €

Ort

Raum zum Wachsen,

Altstadt 2,

4020 Linz

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Ansprechpartner

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Eva Gültiger, kontakt@bildungsfreiraum.com.  

Wir freuen uns auf Sie. Kommen Sie vorbei, und lassen Sie sich inspirieren…

Kontakt zu
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Interessiert?

Gerne informiere ich Sie ausführlicher über mein Angebot. Ich freue mich, von Ihnen zu hören.

Sie erreichen mich unter:

Cordula Reimann
Farbgasse 49
4900 Langenthal / Schweiz

T +41 (0) 78 – 615 95 17
E cr[at]corechange.ch

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